Mausoleum Baron von Schröder/Ohldorfer Friedhof
Lensbaby

Mausoleum Baron von Schröder

Es ist ein Bau, den viele Spaziergänger auf dem Ohlsdorfer Friedhof kennen – und der so eindrucksvoll ist, dass er fast sprachlos macht: Das riesige Mausoleum der Familie von Schröder. Ich mag solche Orte. Ich empfinde sie als düster, geheimisvoll und mit einer unheilvollen und beklemmenden Atmosphäre mit viel Gefühl. Was aber kaum jemand weiß: Mit einer Fläche von knapp 300 Quadratmetern ist es das größte Mausoleum in ganz Nordeuropa und so weitläufig wie ein Wohnhaus.

 

Mausoleum Baron von Schröder

 

Bei näherer Betrachtung offenbart sich aber auch: Das Gebäude mit der mächtigen Kuppel verfällt zunehmend. Unkraut wächst aus den Fugen, das Holz der einst eleganten Flügeltüren ist stumpf und rissig. Die Substanz des Baus aus rötlichem Main-Sandstein ist stark angegriffen. Beim Friedhof ist zu erfahren, dass die dringend notwendigen Renovierungsarbeiten an dem 1906 errichteten Mausoleum bereits begonnen hatten, dann aber kurzfristig wieder abgebrochen wurden.

Ein Mausoleum ist ein monumentales Grabmal in Gebäudeform. Es handelt sich um oft doppelgeschossig angelegte Kleinarchitekturen, bestehend aus einem Andachtsraum und einer darunter liegenden Gruft, wobei Gruft und Kapelle überirdisch in einem Raum vereint sein können.

 

Mausoleum Baron von Schröder

 

Übrigends ist das Taj Mahal auch ein Mausoleum und wohl das bekannteste weltweit. Das Taj Mahal gilt als Symbol unsterblicher Liebe. Aufgrund seiner wunderschönen Architektur gehört es zu den 7 neuen Weltwundern! Das Taj Mahal ist das Wahrzeichen Indiens.

 

„VINCET VERITAS”
so steht es auf dem Wappen über der Tür. Die lateinische Inschrift Vincet veritas bedeutet:
„Möge die Wahrheit siegen”.

 

Mausoleum Baron von Schröder

 

Johann Heinrich Schröder (auch John Henry, seit 1868 Freiherr von Schröder; * 8. Dezember 1784 in Hamburg; † 28. Juni 1883 ebenda) war ein hanseatischer Kaufmann. J. H. Schröder handelte vor allem mit Zucker, Baumwolle, Kaffee und Indigo im Im- und Export dieser Waren über London und Hamburg nach Sankt Petersburg.

Die Schröderstiftstraße in Rotherbaum, die Büste vor dem Bürgermeisterhaus an der Mövenstraße in Winterhude, das Halbmondhaus an der Elbchaussee und mehrere Ölbilder im Rathaus legen Zeugnis ab von einer berühmten Vergangenheit. Viele von ihnen waren und sind Ritter, Freiherren oder ganz einfach nur schwer vermögende Leute. Andere gingen mit Pauken und Trompeten pleite.

 

 

„DAS SCHICKSAL” oder die „GRAUSAME GRÄFIN”
(bzw. griechische Göttin Tyche)

 

Die grausame Gräfin

 

Die Plastik „Das Schicksal” steht zwischen zwei Mausoleen und ist wirklich nicht zu übersehen. „Das Schicksal” wird durch eine kräftige Frau symbolisiert, die ihre bemitleidenswerten Opfer an den Haaren hinter sich herschleift. Allein wegen dieser Figur wollte ich unbedingt dort hin und natürlich wegen dem Mausoleum. Ich hatte ja innerlich gehofft, das man dort auch reingehen hätte können. Aber leider war das nicht gegeben…

 

Bevor sie als Glücksgöttin verehrt wurde, galt Tyche als Trägerin des Wohlstands. Ihren Ursprung hatte sie allerdings in der Schifffahrt. Als nautische Göttin sollte sie den Seefahrern Glück bringen; ihr wurde besonders in Hafenstädten gehuldigt. Auf Münzen sieht man sie daher auch als Meeresgöttin mit gespanntem Segel und auf der Weltkugel balancierend. Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass Tyche ihre Gunst vor allem den Mutigen und Abenteuerlustigen gewährt. So soll sie besonders Händler und Kaufleute auf ihren Reisen beschützen.

 

 

Aber das mit dem Glück und der Wahrheit ist so eine Sache, denn es ist abhängig vom Zufall und kann leider nicht von uns beeinflusst werden. Bereits in der griechischen Mythologie war die Göttin Tyche für das Glück oder Unglück der Menschen verantwortlich. Tyche wird als eine sehr wankelmütige und launenhafte Göttin charakterisiert. Sie verkörpert das unberechenbare Schicksal und führt den Wechsel der Geschichte herbei.

 

 

9 Kommentare

  • Paleica

    eine wunderbare serie! ich mag das spiel mit dem verwischen, es passt sehr zu dem geisterhaften gefühl der schwarzweißaufnahmen!
    übrigens wollte ich gern deinen table top beitrag kommentieren, mein pc macht aber nur ein textfile auf und lässt mich nicht 🙁

    • Hansedeern

      Du glaubts gar nicht wie sehr ich diese Linsen mag. Ich finde sie gerade für so schaurige Motive oder auch für Architektur-Fotos total spannend!!
      Ich freu mich das dir die kleine Serie gefällt! Dankeschön!!

      Huch… Kommisch… Ich hab mal nachgeschaut, und in dem ein *Punkt* war „nach 14 Tagen das Kommentarfeld schließen“ oder so. Ich weiss nicht ob es das war…???
      Bei mir ging es jedenfalls, aber das ist ja dann mit meiner IP Adresse verknüpft….

  • Birgitt

    …ach da bist du ja wieder, liebe Britta,
    habe dich gerade zufällig bei Lotta entdeckt und Eine andere dahinter vermutet, aber an deinem Profilbild habe ich dich gleich wieder erkannt…schön, dass du wieder da bist…
    ein beeindruckendes Grabmal zeigst du da,

    liebe Grüße Birgitt

  • Lotta

    So…nun habe ich es auch endlich in deinen Kommentarbereich geschafft…;-). Wow…was für eine beeindruckende Grabstätte! Da braucht man sich nach dem Tod um Komfort keine Gedanken mehr machen…;-). Die Plastik „Schicksal“ ist nicht minder beeindruckend. Da scheint ja jemand mächtig ärgerlich auf das Schicksal gewesen zu sein. Du hast den Ort sehr stimmungsvoll fotografisch in Szene gesetzt! Das Lensbaby ist geradezu perfekt dafür!

    Ein Kompliment noch an deine neue Webseite…sie ist schön geworden!
    Dir noch eine schöne Woche!
    Liebe Grüße, Lotta.

    • Hansedeern

      Solche Grabstätten haben wirklich etwas geheimnisvolles an sich. Ich bin auch wirklich ziehmlich ehrfürchtig um das Mausoleum rumgeschlichen.
      Leider habe ich dann vor Ort vergessen auch ein Foto zu machen, welches beide Motive vereint. So als würde die *Tyche* die beiden Armseligen ins Mausoleum ziehen.
      Aber ich musste mal für kleine Mädchen und leider gibt es keine öffentlichen Toiletten dort, ich habe zumindest keine entecken können, sodass wir dann schon recht zeitig den Friedhof wieder verlassen mussten….
      Naja, ich war nicht das letzte Mal dort….

      Hab Dank für deinen Kommentar! Ich freu mich so sehr, denn noch ist der Blog ja *jungfräulich*…
      Schön das dir meine Websseite gefällt. Ich habe auch lange gesucht nach einem schönen Theme. *zwinker

  • moni

    Sollte ich einmal in den „hohen Norden“ kommen, nach Deinem spannenden und interessanten Bericht werde ich mir dieses Mausoleum ganz gewiss persönlich anschauen. Ein beeindruckendes Gebäude! Die Göttin macht einem ja beinahe Angst, so herrisch steht sie da mit ihrer „Beute“!
    Danke für die wirklich wunderbaren Bilder, mit denen Du die ganze Atmosphäre dieses Ortes eingefangen hast.
    Fröhlichen Sonntag und lieben Gruß
    moni

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