Alsterschwäne
Kiek mal an

Mein lieber Schwan!

Moin Moin liebes Hamburg und Rest vonne Welt! Heut möcht ich dir mal was über unsere Alsterschwäne erzählen, denn das ist sehr wichtig zu wissen, wenn du uns in Hamburg an der Alster besuchst. Hamburgs Stolz auf seine weiß gefiederten Prachtvögel ist dem gemeinen Bürger wohlbekannt, wie weit aber die Liebe zum Vogel geht, eher nicht.

Ein blöder Spruch, eine harsche Handbewegung in Richtung der Alsterschwäne, die jetzt wieder ebendort schwimmen – und die Hamburger Justiz hebt den mahnenden Zeigefinger. Ganz richtig, blöd von der Seite anquatschen sollte Mensch die Langhälse (ups, zählt das etwa schon?) besser nicht: Denn Beleidigungen stehen seit 1664 unter Strafe.

Alsterschwan bei der Federpflege
Wieso dürfen Alsterschwäne eigentlich nicht beleidigt werden?

Hamburg hat im 11. Jahrhundert das Schwanenwesen angenommen, um nach aussen ein Zeichen der Gleichwertigkeit gegenüber Königs- und Fürstenhäusern zu setzen. Die Schwäne gelten als lebende Wahrzeichen unserer Stadt und sind unser Freiheitssymbol, sie stehen für die Unabhängigkeit und auch den wirtschaftlichen Erfolg. In diesem Zusammenhang wurden diese Regularien zur Wahrung der Rechte der Schwäne erlassen, zu denen zum Beispiel das Töten der Tiere, aber eben auch Beleidigungen gehören.

Wer zur damaligen Zeit einen Schwan beleidigt hat, der hat damit auch die Stadt und die Hamburger Bürger beleidigt, deshalb wurde das dementsprechend unter Strafe gestellt. Dazu gehörte es, wenn die Schwäne in irgendeiner Form bedrängt wurden, aber auch unziemliche Zeichen oder eben verbale Beleidigungen in der Art von „Du blöder Schwan“. Wer es trotzdem gewagt hat, musste drei Taler Strafe zahlen oder ersatzweise drei Tage ins Gefängnis …
 


Ein Schwan kann ja nun schlecht Anzeige erstatten.
Mal ehrlich: Gibt es überhaupt jemanden, der sich darum kümmert, dass diese Regel eingehalten wird?

Wenn du ganz unflätig bist, könnte der Schwan dich verhauen. Danach müssten wir mit ihm allerdings ausdiskutieren, ob das nun angemessen war oder nicht. Aber Spaß beiseite. Anzeigen kann jeder, wer eine solche Beleidigung beobachtet hat.

Selbst in der heutigen Zeit gilt: Wenn es zur massiven ehrverletzenden Beleidigung in welcher Form auch immer kommt, wäre eine Bestrafung machbar, angelehnt an die heutigen Rechtsstandards.

Alsterschwan

 
Also… Sollte dir einer der Alsterschwäne mal dumm kommen, lieber nicht schimpfen!

 
 

Kommentare

  • monisertel

    Liebe Britta,
    das ist ja eine herrliche Geschichte. Die einen haben „heilige Rinder“, ihr habt „Hochachtung fordernde Schwäne“! 😉
    Liebe Grüße
    moni

  • manni

    tja was soll ich da schreiben ! Ein unglaubliche Geschichte die aber irgendwie doch einen Sinn gehabt haben muss sonst würde niemand auf diese Idee kommen und das unter Strafe stellen. Das töten ist für mich nachvollziehbar aber das Verbale ?? Der Schwan ist sicherlich ein schönes Tier keine Frage. Ich finde die immer majestätisch und erhaben über alles wenn die im Wasser schwimmen. Anscheinend können die aber auch sehr agressiv und bösartig werden wenn man sie reizt ! Gut das macht man natürlich nicht und ich respektiere sie einfach als Tiere die auf unserem Planeten ein dahseinberechtigung haben !
    ps: Das Foto Nr2 gefällt mir wirklich sehr gut !!!

    • Hansedeern

      Ja, der Hanseat ist irgendwie ein stolzer Mensch… Majestätisch sind die Schwäne und Respekteinflößend… Am gestrigen Tag lagen sie aber leider nur faul da rum. Ich denke ihnen war auch zu warm in der Sonne. Ich hatte ja auf Schwanenbabys gehofft, aber weit und breit waren keine zu findne… Schade.

  • ROYUSCH

    Sehr interessanter Beitrag, wusste garnicht das es so etwas gibt
    Werde es mir für meine nächsten (ersten) Hamburgbesuch merken
    Liebe Grüße und ne schöne Woche
    Roland

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